Gibt es bei Pepperstone einen Negativsaldoschutz?
Fazit
- Ja. Pepperstone gewährt Privatkunden einen Negativsaldoschutz: Rutscht Ihr Konto durch eine Kursbewegung ins Minus, wird der Saldo auf null zurückgesetzt – Sie verlieren höchstens Ihr Guthaben.
- Für Pro-Kunden gilt der Schutz bei der Pepperstone GmbH und der Pepperstone EU nicht; wer die Pro-Einstufung beantragt, kann mehr als seine Einzahlung verlieren.
- Weil Pepperstone keine garantierten Stop-Loss-Orders anbietet, ist der Negativsaldoschutz bei Kurslücken die eigentliche Absicherung nach unten.
- Capital.com, IG (in Europa) und Trading 212 nennen für Privatkunden ebenfalls einen Negativsaldoschutz.
Der Negativsaldoschutz klingt technisch, beantwortet aber eine einfache Frage: Können Sie beim CFD-Handel mehr verlieren, als Sie eingezahlt haben? Bei Pepperstone lautet die Antwort für Privatkunden nein. Wie der Schutz greift, wann er nicht gilt und was er nicht leistet, steht hier.
Wie der Negativsaldoschutz bei Pepperstone greift
Pepperstone beschreibt den Schutz für Privatkunden auf seiner deutschen Hilfeseite: Fällt Ihr Konto ins Minus, gleicht der Anbieter den negativen Saldo so schnell wie möglich auf null aus. Das kann passieren, wenn ein Markt über das Wochenende mit einer Lücke eröffnet und Ihr Stop-Loss deutlich schlechter ausgeführt wird als geplant. Für Kunden in Deutschland ist die Pepperstone GmbH (BaFin) zuständig. Zusätzlich begrenzt der Hebel für Privatkunden das Risiko einzelner Positionen, etwa auf 1:30 bei großen Währungspaaren.
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Beispiel: Was bei einer Kurslücke passiert
- Sie haben 500 € auf dem Konto und eine Indexposition mit Stop-Loss offen.
- Der Markt eröffnet am Montag weit unter Ihrem Stop. Die Order wird zum ersten verfügbaren Kurs ausgeführt, nicht zum Stop-Kurs.
- Der Verlust beträgt 700 €, Ihr Konto stünde rechnerisch bei –200 €.
- Durch den Negativsaldoschutz setzt Pepperstone den Saldo auf 0 € zurück. Ihr Verlust bleibt auf die eingezahlten 500 € begrenzt.
- Als Pro-Kunde müssten Sie die 200 € nachzahlen.
Negativsaldoschutz nach Gesellschaft und Anbieter
| Anbieter / Gesellschaft | Privatkunden | Pro-Kunden |
|---|---|---|
| Pepperstone GmbH (BaFin) | ja | nein |
| Pepperstone EU Limited (CySEC) | ja | nein |
| Pepperstone Group (ASIC) / Bahamas (SCB) | ja | einmalig bis 100.000 USD |
| Capital.com | ja, Saldo wird auf 0 zurückgesetzt | nicht in unseren Daten |
| IG | ja (Großbritannien und Europa) | nicht in unseren Daten |
| Trading 212 | ja | nicht in unseren Daten |
Was der Schutz nicht leistet
- Er verhindert keinen Totalverlust Ihres Guthabens; er verhindert nur Schulden darüber hinaus.
- Er ersetzt keinen garantierten Stop. Den bietet Pepperstone nicht an, Capital.com und IG dagegen schon.
- Er gilt nicht, sobald Sie als Pro-Kunde eingestuft sind.
- Er ist kein Entschädigungssystem: Fällt der Anbieter aus, greift bei der Pepperstone GmbH die EdW mit 90 %, höchstens 20.000 €.
Quellen
Hilfeseiten der Anbieter.
Muss ich den Negativsaldoschutz bei Pepperstone beantragen?
Nein. Er gilt laut Pepperstone automatisch für Privatkunden.
Gilt der Schutz auch für Krypto-CFDs?
Unsere Quellen nennen keine Ausnahme für einzelne Märkte. Für Krypto-CFDs gilt für Privatkunden in Deutschland zudem ein Hebel von höchstens 1:2.
Bekommen Pro-Kunden in Deutschland eine begrenzte Absicherung?
Nein. Den einmaligen Schutz bis 100.000 USD beschreibt Pepperstone für Pro-Kunden der australischen und der Bahamas-Gesellschaft, nicht für die Pepperstone GmbH.
CFDs sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit einem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. Laut Pepperstone GmbH verlieren 76,1 % der Kleinanlegerkonten beim CFD-Handel mit diesem Anbieter Geld. Der Negativsaldoschutz schützt nicht vor dem Verlust Ihres Guthabens. Keine Anlageberatung.